01.06.2012
 von Silke Greifsmühlen in

14. Juli 1881 – Das älteste in Deutschland erschienene amtliche Fernsprechbuch ist das von der „Fernsprech-Vermittelungs-Anlage in Berlin“ herausgegebene „Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Beteiligten“. Die Anzahl der eingetragenen Besitzer eines Anschlusses ist sehr überschaubar.

1883 – Das „Verzeichnis der Telephon-Abonnenten für Bayern“ mit 57 Seiten erscheint. Das Telefonbuch verbreitet sich parallel zum Ausbau des Telefonnetzes über Berlin hinaus.

1888 – Das Berliner Fernsprechbuch erhält einen besonderen Teil, in dem die Teilnehmer nach Berufsgruppen sortiert sind. Damit wird die Recherche mit Hilfe von Schlagwörtern eingeführt.

1892 – Mit dem Berliner Julius Springer wird erstmals ein privater Verleger gemeinsam mit der Kaiserlichen Oberpostdirektion Herausgeber eines Fernsprechbuches.

1897 – Die erste Werbeanzeige in einem Fernsprechbuch erscheint im Kölner „Telephon-Teilnehmer-Verzeichnis“. Das Telefonbuch wird für kleine und mittelständische Unternehmen zum interessanten Werbeträger.

1900 – Das Interesse an der neuen Technologie des „Telefonierens“ wächst. Daher werden Telefonbücher erstmals auch an Nicht-Teilnehmer verkauft.

1901 – Die Nachfrage nach Werbeplätzen steigt. Daher wird in allen amtlichen Fernsprechbüchern Werbung zugelassen.

1917 – Das Telefonbuch erscheint nicht. Der kriegsbedingte Papiermangel und die steigenden Rohstoffpreise machen sich bemerkbar.

1924 – Am 26. Februar 1924 wird in Berlin die Deutsche Reichs-Postreklame GmbH gegründet. Aufgabe der Gesellschaft ist es, in den 19 Bezirksdirektionen der Deutschen Reichspost für die Akquisition und Durchführung von Werbung zu sorgen. Dazu gehört die Anzeigenakquisition für das Amtliche Telefonbuch, Werbung an öffentlichen Fernsprechstellen, an Poststellen und an Postfahrzeugen.

1927 – Das Telefonbuch bringt eine ausführliche Anleitung zum Telefonieren heraus. Der Nutzer erhält mit dem Buch eine Beschreibung, wie er das Telefon und das Verzeichnismedium anwenden kann – sowohl für handvermittelte als auch für selbst gewählte Verbindungen.

1942 – Zum zweiten Mal seit 1917 erscheint das Telefonbuch kriegsbedingt nicht.

1945 – Der Fernsprechdienst wird nach der Kapitulation zunächst ganz eingestellt und erst allmählich wieder aufgenommen. Entsprechend beginnt auch das Telefonbuch von neuem.

1946 – In Bad Salzuflen wird am 9. Juni die Deutsche Postreklame GmbH gegründet.

1950 – Die Deutsche Bundespost wird gegründet.

1981 – Das Amtliche Fernsprechbuch wird privatisiert. Unter dem Titel „Telefonbuch“ und in neuer Aufmachung werden jetzt sukzessive die regionalen Ausgaben des Telefonbuchs gemeinsam von im Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien (VDAV) organisierten Verlagen und der Deutschen Postreklame herausgegeben.

1984 – Die Deutsche Postreklame ist jetzt in Gemeinschaft mit Verlagen Herausgeber und Verleger sämtlicher Telefonbücher.

1985 – Im Rahmen des Bildschirmtext-Projektes (Btx) wird das Elektronische Telefonbuch (ETB) herausgegeben. Das Verzeichnis basiert auf dem Datenbestand der Telefonbücher. Für das Auffinden von Btx-Anbietern wird als Auswahlhilfe eine alphanumerische Suche eingesetzt. Anbieter können sich unter bestimmten Suchworten registrieren lassen, unter denen Nutzer sie dann finden.

1989 – Zum letzten Mal erscheint das „Fernsprechbuch der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik“ und die 14 Bezirksausgaben in der DDR. Das Telefonbuch wird „Teil der Wiedervereinigung“ und verbindet nicht nur Menschen sondern sorgt auch für Kontakte zwischen Ost und West.

1990 – Die Deutsche Postreklame wird in Folge der Postreform (Aufteilung in Deutsche Post, Deutsche Telekom und Postbank) eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom. Im Zuge der Wiedervereinigung übernimmt sie gemeinsam mit Verlagen auch die Herausgabe der Telekommunikationsverzeichnisse im gesamten Osten Deutschlands.

Das Telefonbuch wird erstmals auf einer CD-ROM herausgegeben.

1993 – Im August 1993 wird ein bundesweiter „Kindermalwettbewerb“ zur Neugestaltung der Titelseiten des Telefonbuchs ins Leben gerufen. Damit erhalten alle Nutzer direkten Einfluss auf die Gestaltung.

1994 – Die Deutsche Postreklame wird in Deutsche Telekom Medien GmbH (DeTeMedien) umbenannt. Die Telekommunikationsverzeichnisse erscheinen in neuem Corporate Design, Das Telefonbuch in Weiß und Magenta.

1997 – Das Telefonbuch ist unter dastelefonbuch.de auch im Internet verfügbar. Gemeinsame Plattform aller Telekommunikationsverzeichnisse ist die Datenbank der Teleauskunft Online GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von DeTeMedien und den Telefonbuchverlagen.

1999 – DeTeMedien und die Telefonbuchverlage gründen die Das Telefonbuch-Servicegesellschaft mbH als Gemeinschaftsunternehmen. Ihre Aufgabe ist die koordinierte Weiterentwicklung der Produkte sowie die Steuerung des gemeinschaftlichen Auftritts der Marke „Das Telefonbuch“. Unter dastelefonbuch-marketing.de stehen ab sofort Informationen zur Marke, zu den Produkten, zu den Verlagen, aktuelle Marktforschungsergebnisse sowie Pressemitteilungen bereit.

2000 – Die Herausgeber und Verleger von Das Telefonbuch stellen das größte Telefonbuch der Welt vor. Es wird in das Guinness-Buch der Rekorde 2000 aufgenommen.

2003 – Das Telefonbuch wird in der Print-Ausgabe inhaltlich und optisch grundlegend neu gestaltet. Auf den Titelseiten lösen jetzt Sportmotive aus der Region die bisherigen Bilder aus dem Kindermalwettbewerb ab. Das Telefonbuch ist jetzt via WAP auch unterwegs vom Handy aus nutzbar.

2004 – Das Telefonbuch initiiert den Leseförderwettbewerb „Wer liest, gewinnt!“. Die Aktion wird gemeinsam mit dem Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. durchgeführt. Schirmherrin ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt.

2005 – Auch der Auftritt von dastelefonbuch.de wird nach einem Relaunch noch einfacher, übersichtlicher und nutzerfreundlicher gestaltet. Das Telefonbuch veröffentlicht die erste Ausgabe der Lernbroschüre „Mein 1. Telefonbuch“. Sie wird fortan jährlich kostenlos an zahlreiche Vor- und Grundschulen zum Einsatz im Unterricht verteilt.

2006 – 125-jähriges Jubiläum von Das Telefonbuch. Das Verzeichnis blickt auf eine lange Vergangenheit zurück und schaut konsequent in die Zukunft. Adressrecherchen sind nun auch via SMS unter der Kurzwahl 30 30 3 möglich.

2008 – dastelefonbuch.de wird erneut aktualisiert und grafisch überarbeitet. Auch das Mobile-Pendant dastelefonbuchmobil.de ist nach seinem Relaunch Anfang 2008 noch komfortabler und schneller.

Im November 2008 feiern alle Partner von „Wer liest, gewinnt!“ die 100ste Veranstaltung. Das Telefonbuch unterstützt erstmals den Spiegel Schülerzeitungswettbewerb und übernimmt die Patenschaft für die Kategorie „In Kontakt bleiben 2.0“.

2009 – Das Angebot von dastelefonbuchmobil.de ist inzwischen via Android und iPhone sowie auf weiteren internetfähigen mobilen Endgeräten verfügbar und erreicht erstmalig über 1 Mio. Seitenaufrufe/Monat. Allein die iPhone-App wurde innerhalb weniger Monate über 500.000 mal heruntergeladen. Der Internet-Service von dastelefonbuch.de wurde um weitere Features, z.B. Kartensuche erweitert. Launch des Weblogs „Ich im Netz“. Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz im Umgang mit dem Thema Selbstdarstellung im Internet.

2010 – Das Telefonbuch launcht MeinTelefonbuch. Erstmals kann jeder Besitzer eines Telefonanschlusses eigenständig seine persönlichen Daten einstellen, verwalten oder freigeben, die anschließend für alle öffentlich zu sehen sind. Weitere Leistungen wie ein eigenes, individualisierbares Adressbuch, kostenlose SMS- und Telefonfunktionen oder die Synchronisationsmöglichkeit des eigenen Adressbestands mit anderen, persönlichen Endgeräten wie Handy, Laptop etc. runden den neuen Service ab. Ferner erscheint Das Telefonbuch in neuem Corporate Design – in Weiß und Rot.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Philips Net TV ist Das Telefonbuch seit Mitte des Jahres auch über den Fernseher nutzbar und bietet per Fernbedienung den Aufruf von über 30 Mio. Adressen. Und auch die iPad-Nutzer kommen nicht zu kurz: Nach der bereits im Vorjahr erfolgreich gelaunchten iPhone-App bietet das Telefonbuch seit Ende des Jahres auch eine neue eigenständige Applikation für das iPad an.

2011 – Das Telefonbuch erweitert Anfang des Jahres sein App-Angebot nun auch für BlackBerrys. Das Telefonbuch wird 130 Jahre alt. Multi-Access steht im Vordergrund. Zahlreiche Neuerungen für Mobile- und Online-Anwendungen machen das Adressverzeichnis zu einem universellen Kontaktnetzwerk. Durch die Verknüpfung ausgewählter Online-Funktionen mit der Buchausgabe rücken klassisches und modernes Telefonbuch immer näher aneinander und steigern ihre Attraktivität als Werbeplattform für Unternehmen.

Zudem führt Das Telefonbuch die Personensuche ein. Mit der Personensuche stellt Das Telefonbuch öffentlich zugängliche Informationen und Bilder zu Personen aus dem gesamten Internet bereit. Der Service greift hierzu unter anderem auf Quellen wie Facebook, XING, Twitter, Wikipedia, Blogs, Boulevard-Seiten sowie private und gewerbliche Internetseiten zu. Über die Suchfelder „Name“ und „Ort“  können Freunde und Bekannte gefunden oder nach beruflichen und geschäftlichen Kontakten recherchiert werden.

2012 – Die mobilen Applikationen von Das Telefonbuch für iPhone und Android-Betriebssysteme bieten neben der schnellen Adressrecherche den kostenlosen Zugriff auf ein vollwertiges und zeitlich unbegrenztes Navigationssystem für Deutschland, Österreich und die Schweiz.


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