12.02.2016
 von Silke Greifsmühlen in

Mehr als neun von zehn erwachsenen Befragten in Deutschland nutzen aktuell Verzeichnismedien ("Telefonbücher"), so das Ergebnis der aktuellen repräsentativen Nutzerstudie Verzeichnismedien.

Die Daten wurden Ende 2015 vom Marktforschungsinstitut IPSOS im Auftrag von [vdav] - Verband deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V. und vft - Verband freier Telefonbuch- und Auskunftsmedien e.V. erhoben.

Print- und Online-Nutzung liegen demnach auf Augenhöhe: 56,8 Prozent der Befragten greifen bei der lokalen Suche zum gedruckten Telefonbuch. Die Suche über die Online-Angebote der Verzeichnisse nutzen in Deutschland 53,0 Prozent, über mobile Versionen 30,2 Prozent. Stark verloren hat die Telefonauskunft, die nur noch 10,7 Prozent der Befragten anrufen. Innerhalb eines Jahres verlor sie rund ein Drittel ihrer Nutzer. Gut drei Prozent verwenden CD- oder DVD-Angebote, dies dann überdurchschnittlich oft. Die Häufignutzung bei der Suche nach Privatpersonen, Behörden und Städten sowie nach gewerblichen Kontakten in Print und Online ist insgesamt gestiegen.

Über 80 Prozent der Umfrageteilnehmer schätzen an Verzeichnismedien besonders die subjektiven Werte "vertrauensvoll" und "nützlich" und geben an, dass Ergebnisse "rasch" und "einfach" zu finden sind. Das entspricht einem durchschnittlichen Plus von etwa drei Prozentpunkten zum Vorjahr. Gerade in Sachen Vertrauen können die Verzeichnismedien damit voll punkten. Der größten Suchmaschine vertrauen nach einer Forsa-Umfrage aus dem letzten Jahr nämlich gerade einmal 26 Prozent der Deutschen. Neben Telefonnummer und Adresse enthalten die Verzeichnisse, egal ob in Print-, Online- oder Mobil-Angeboten, zuverlässig zahlreiche Zusatzinformationen wie Webseiten und Öffnungszeiten. Außerdem bieten sie häufig die Möglichkeit, kostenlos anzurufen oder gleich einen Termin beim Friseur oder im Restaurant zu buchen.

Print ist besonders bei der Altersgruppe über 50 beliebt: 80,4 Prozent von ihnen nutzen das Buch, bei gleichzeitig steigender Online-und Mobilnutzung. Bei der jüngeren Zielgruppe und in Großstädten führen erwartungsgemäß digitale Medien die Rangliste an. Von den Häufignutzern werden Online-Versionen (59,2 Prozent) und die Apps (57,5 Prozent) besonders gern genutzt, dicht gefolgt von Print und mobiler Nutzung.

Werbetreibende in Verzeichnismedien können sich freuen, dass der Wert für die Suche nach geschäftlichen Ansprechpartnern erneut gestiegen ist: In den letzten beiden Jahren um gute 10 Prozentpunkte auf 82,0 Prozent. Zulegen konnte aber auch die Suche nach Privatpersonen: um 2,3 Prozentpunkte auf 72,4 Prozent. "Gerade die hohe Nutzung der Print-Verzeichnisse mag viele Beobachter überraschen", erklärt [vdav]-Präsident Olaf H. Tonner. "Doch in Zeiten, in denen der schnelle vollständige Überblick auf kleinen Smartphones schon einmal verloren geht, schätzen viele Nutzer die Vorteile einer verlässlichen und vertrauenswürdigen Quelle. Es ist seit Jahrzehnten Aufgabe unserer Medienhäuser, Kunden und Anbieter zusammenzubringen. Dabei ergänzen sich Print- und Onlineverzeichnisse in hervorragender Weise."


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